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Ein neues Projekt führt uns diesmal nach Niederösterreich. Gemeinsam mit der Architektin Olga Muskała (Planbüro jutro) durften wir die Räume einer allgemeinmedizinischen Praxis gestalten. Das Szenario war von einer besonderen Dynamik geprägt: Der Praxisbetrieb musste sofort starten, obwohl von Anfang an feststand, dass bald ein Umzug in größere Räume ansteht.

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Wie entwirft man also ein Interieur, das von vornherein für den Wandel gedacht ist? Für Olga war das der perfekte Grund, nicht auf maßgefertigte Einbauten, sondern auf unser flexibles System zu setzen.

Nach der Zwischennutzung bleibt der Wert der Cubes aber vollständig erhalten. Sie wandern mit an den nächsten Ort und lassen sich dort in völlig veränderten Konfigurationen aufbauen.

Im Interview mit stocubo spricht Olga über das spannende Projekt, funktionale Raumkonzepte und ihre ganz persönliche Sicht auf langlebige Möbel.

Neue Ärztin, bestehende Räume, hohe Erwartungen: Vor welchen Herausforderungen hast du bei diesem Projekt gestanden?

Die Ausgangssituation war spannend: Eine junge Ärztin mit einer klaren Vision für eine moderne Ordination trifft auf Bestandsräumlichkeiten in einer ländlichen Gemeinde, die dafür eigentlich nicht geeignet waren. Gleichzeitig wollte sie die medizinische Versorgung möglichst rasch wieder sicherstellen. Von Anfang an war aber auch klar, dass der Standort nur eine Übergangslösung sein würde und die Ordination langfristig in größere Räumlichkeiten umziehen soll.

Genau solche Aufgaben interessieren mich als Architektin: mit gezielten Eingriffen möglichst viel zu erreichen. Deshalb habe ich viele Entscheidungen nicht nur für die aktuelle Situation, sondern auch mit Blick auf die Zukunft getroffen.

Der Standort ist temporär. Wie plant man eigentlich für etwas, das man schon beim Entwerfen wieder loslassen muss?

Genau darin liegt eine interessante Aufgabe für Architektur. Auch wenn ein Standort nur temporär genutzt wird, möchte ich keine Kompromisse bei Funktionalität und Gestaltung eingehen. Für die Mitarbeiter:innen ist es über Jahre hinweg ein Arbeitsort, und auch Patient:innen kommen regelmäßig vorbei.

Deshalb treffe ich Entscheidungen, die auch in einem zukünftigen Kontext Bestand haben. Viele Elemente werden den Umzug an den nächsten Standort mitmachen und dort in neuer Form genutzt werden können. Das macht Planung aus meiner Sicht nachhaltiger und anpassungsfähiger.

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"Obwohl wir vieles im Vorfeld geplant hatten, haben wir vor Ort einzelne Konfigurationen noch angepasst, um zusätzliche medizinische Geräte besser unterzubringen. Genau diese Möglichkeit, auf neue Anforderungen reagieren zu können, macht modulare Systeme für mich so wertvoll."

Wie war es, mit dem System zu arbeiten? Was war dein erster Eindruck, als du die Module in den Händen hattest?

Was mir sofort gefallen hat, war die Einfachheit des Systems. Die Module sind leicht verständlich und gleichzeitig erstaunlich vielseitig.

Besonders interessant wurde das während der Umsetzung. Obwohl wir vieles im Vorfeld geplant hatten, haben wir vor Ort einzelne Konfigurationen noch angepasst, um zusätzliche medizinische Geräte besser unterzubringen. Genau diese Möglichkeit, auf neue Anforderungen reagieren zu können, macht modulare Systeme für mich so wertvoll.

Empfangspult und Regal aus denselben Modulen: Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Das war eigentlich eine sehr logische Entscheidung. Ich versuche in Projekten oft, mit möglichst wenigen unterschiedlichen Elementen möglichst viel zu erreichen.

Die Stärke der Module liegt für mich darin, dass sie sich für ganz unterschiedliche Funktionen einsetzen lassen. Durch die hochwertige Ausführung auf allen Seiten konnten wir sie sowohl als Empfangspult als auch als Stauraum nutzen. Für die Mitarbeiter:innen entstand ein geschützter Arbeitsbereich mit Platz für Computer, Dokumente und Büroutensilien. Auf der Patient:innenseite bietet das Möbel eine angenehme Ablagefläche sowie Platz für Flyer, Visitenkarten oder auch einfach eine Handtasche.

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Wie hat sich der Raum verändert vom ersten Besichtigungstermin bis zum fertigen Ergebnis?

Mein erster Eindruck war ehrlich gesagt: Die Räume waren aus der Zeit gefallen und in diesem Zustand kaum für eine moderne Ordination nutzbar.

Heute wirkt die Ordination hell, lebendig und einladend. Mir war wichtig, einen Ort zu schaffen, der professionell ist, aber gleichzeitig eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt. Dass sich dort auch Kinder wohlfühlen, freut mich besonders.

Die Einrichtung zieht irgendwann mit an einen neuen Standort, in eine neue Konstellation. Wie denkst du über Möbel, die mitwachsen und was bedeutet das für deine Arbeit als Architektin?

Für mich sind Möbel nicht einfach Einrichtungsgegenstände, sondern Ressourcen. Deshalb interessiert mich immer die Frage, wie lange etwas nutzbar bleibt und wie gut es auf Veränderungen reagieren kann.

Als Architektin versuche ich zunehmend Systeme zu planen statt fertige Endzustände. Das schafft langfristig mehr Möglichkeiten und reduziert Ressourcenverbrauch.

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"Als Architektin versuche ich zunehmend Systeme zu planen statt fertige Endzustände. Das schafft langfristig mehr Möglichkeiten und reduziert Ressourcenverbrauch."

Was würdest du beim nächsten Mal anders machen—am Projekt, am Prozess, oder an der Einrichtung?

Ganz ehrlich: Im Moment würde ich erstaunlich wenig verändern.

Das Projekt war eines der ersten realisierten Projekte, nachdem ich büro jutro gegründet habe, und ich denke gerne daran zurück. Alle Beteiligten haben sehr lösungsorientiert zusammengearbeitet—von der Gemeinde als Vermieterin über die Bauherrin und die ausführenden Firmen bis hin zu stocubo. Gerade bei Projekten mit engem Zeitplan schätze ich gute Kommunikation und eine reibungslose Abwicklung.

Wofür steht gutes Design für dich? Gerade in einem Kontext, den man nicht zuerst mit Ästhetik verbindet?

Für mich ist Funktionalität die erste Priorität. Ich mag Lösungen, die vielseitig nutzbar sind und nicht nur für einen einzigen Zweck funktionieren.

Genauso wichtig finde ich die Art der Herstellung. Bei stocubo haben mich die Produktion auf Bestellung und die Fertigung in Berlin überzeugt, zwei Aspekte, die ich gerade heute besonders bemerkenswert finde. Das entspricht sehr meinem Verständnis von gutem Design.

View from a reception area with a sideboard in blue into a waiting room with three red chairs and a plant on a window shelf.
Reception desk and room divider in  a bright general practice made of white modules with a red chair, a lamp, a white vase with a blue flower and a geometric print on the wall.

Wie hat die Ärztin auf das Ergebnis reagiert?

Das Ergebnis war für sie keine Überraschung, weil wir während des gesamten Prozesses sehr eng zusammengearbeitet haben. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sie sich in den neuen Räumen sofort wiedergefunden hat.

Besonders gefreut hat mich das positive Feedback der Patient:innen. Das zeigt mir, dass der Ort funktioniert.

Projekt

Ordination für Allgemeinmedizin mit Hausapotheke

Standort

Schleinbach, Niederösterreich

Realisierung

2025

Planung

Instagram: @buerojutro

Einsatz der stocubo Module

Stauraum (offen & geschlossen), Empfangspult, Raumteiler

Fotos

©Olga Muskała